Mittelalterliche Musik im Oktober

Dass die Hildegard-Info ein absoluter Erfolg geworden ist, lässt sich leicht an den Besucherzahlen messen. Knapp 7.000 Interessierte suchten in der vergangenen Saison die „Zweigstelle“ der Tourist-Information Ecke Schmittstraße/Hasengasse auf. Sie ließen sich von den Hildegard-Lotsen Gisela Nitsche, Adelheid und Claus Hahne, Monika Hick, Anne Monz, Karola Ohl und Manfred Martin ausführliche Erläuterungen zu allen Fragen rund um die Stadt und die Heilige Hildegard von Bingen geben, kauften kleine Präsente oder deponierten hier ihr Radgepäck. „Es ist großartig, wie sich alles entwickelt hat“, freut sich Oberbürgermeister Thomas Feser, der bereits vor seinem Amtsantritt die Idee zu dieser Institution hatte. „Hintergrund für mich, diesen Informations-Punkt zu Hildegard auf den Weg zu bringen, war das Gefühl, dass wir zwar ein tolles Hildegard-Museum haben und viele Hildegard-Veranstaltungen, die Menschen aber trotzdem auf der Spurensuche in der Stadt unterwegs sind.“

Dabei ging das Stadtoberhaupt auch auf die aktuelle Diskussion um den Erwerb der Villa Würth ein. „Jetzt haben wir die einmalige Gelegenheit, diesen ganz besonderen Ort, an dem Hildegard wirkte, authentisch erlebbar zu machen. Städteplanerisch wie touristisch ist dies eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen“, betonte Thomas Feser.

Doch nicht nur die Eröffnung der achten Saison der Hildegard-Info stand am Samstagmittag auf dem Programm – es galt auch, bereits jetzt schon Werbung für das „Festival Musica Antiqua“ zu machen, das vom 3. bis 6. Oktober in Bingen stattfinden wird. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter des Festivals, Rainer M. Thurau, erläuterte der Oberbürgermeister das Programm der hochkarätigen Veranstaltung, die die große Tochter der Stadt in einem ganz individuellen Licht erstrahlen lassen soll.

Die Musik des 11. bis 14. Jahrhunderts wird im Mittelpunkt stehen und fünf renommierte Ensembles (Hirundo Maris, Schweiz/Spanien; Sequentia, Frankreich; Oni Wytars, Deutschland; Tiburtina, Tschechien und Ordo Virtutum, Deutschland) wer-den an verschiedenen Spielstätten in Bingen auftreten. In der Basilika St. Martin, der Hildegard-Gedächtniskirche und der Rochuskapelle werden außergewöhnliche Klänge zu hören sein. Begleitend hierzu läuft im Historischen Museum am Strom vom 20. September bis 22. Dezember die Sonderausstellung „Klangwelten des Mittelalters. Musik zwischen Gotteslob und teuflischem Vergnügen“.

In den Konzerten soll die Heilige Hildegard in Form eines von Ulrike Bolenz gemalten Bildes stets präsent sein, das Bild soll anschließend als Dauerleihgabe im Museum am Strom zu sehen sein.

Rainer Thurau ist sich sicher, dass das Festival auch auf internationaler Ebene ein voller Erfolg werden wird und die Stadt damit weitere Bekanntheit im In- und Ausland erreichen wird.

Personen im Bild: Hildegard-Lotsin Gisela Nitsche, TI-Chef Georg Sahnen, Rainer M. Thurau, Oberbürgermeister Thomas Feser und die Musikgruppe „Ranunculus“.